Mustertext zur Ablehnung der Aufsichtübernahme bei Schülerselbsttests

Die in den beiden Vorwochen angelaufenen Massentests in Schulen, bei denen sich Schüler selbst auf das angeblich hochgefährliche SARS-CoV-2 Virus testen sollen (ein Virus, das immerhin derzeit gigantische 0,13% der Menschen in Deutschland infiziert hat, bzw. die einen positiven Test haben und das eine ungeheure Gesundheitsgefahr mit sich bringt (Artikel)) sind hoch umstritten.

Diese Tests auf Antigenbasis sind nicht nur deshalb Unsinn, weil Massentests bei symptomlosen Menschen aufgrund der mangelnden Spezifität der Tests eine große Anzahl falsch-positiver Ergebnisse hervorbringen (Artikel) sondern auch, weil es sich hier um einen invasiven Eingriff handelt, der ein gewisses Verletzungsrisiko für den Probanden birgt. Als Lehrer bei einem potenziell gesundheitsschädlichen Selbsteingriff die Aufsicht führen zu müssen, weil dies als „Dienstpflicht“ deklariert wurde, ist rechtlich nicht ganz unproblematisch.

Auf den Seiten des Corona-Ausschusses liegt nun ein Dokument bereit, mit dessen Hilfe man gegen diese Art der Verpflichtung als „medizinisches Aufsichtspersonal“ Widerspruch führen kann.

Das Papier hat über 20 weitere Seiten, das Herunterladen wird daher ausdrücklich empfohlen!

Inzidenz, Sensitivität, Spezifität und Wahrscheinlichkeit

Wie hoch ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit einem positiven SARS-CoV-2-Testergebnis (egal ob Antigen- oder PCR-Test) wirklich infiziert ist? Unmathematisch gesprochen: Sie ist sehr niedrig.

Kleiner Spoiler: Wenn Sie am Ende des Textes angelangt sein werden, werden Sie erfahren haben, dass (und vor allem warum) von 100 positiven Testergebnissen unter Normalbedingungen weniger als 1% korrekt sind.

Wer Einzelrechnung bevorzugt und eine Allergie gegen Tabellenkalkulationsprogramme hat, kann sich beim Robert-Koch-Institut ein Tool ansehen und dies benutzen.

Wesentlich nutzerfreundlicher ist ein Excelblatt, das der Autor auf seinem Github-Account hochgeladen hat (Inzidenzrechnung4.ods). Mit ihm kann man experimentelle Proberechnungen durchführen und kommt zu erschreckenden Ergebnissen.

Beispiele:

Als Basis nehmen wir eine Inzidenz von 50 (Spalte B). Wir wählen eine hohe Sensitivität von 0,99 (=99%), d . h. 99% der „Infizierten“ werden korrekt erkannt. Die Spezifität sei ebenfalls sehr hoch mit 0,98 (i. e. 98%). Mit diesen optimalen Parametern in Spalte B errechnet das Blatt zusätzlich in den Spalten B bzw. C bis R automatisch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person, die positiv getestet ist auch tatsächlich positiv ist. Dabei wird die real vorhandene Inzidenz jeweils um 5 erhöht, man sollte also in die Spalten ab C nichts eingeben, um die Formeln nicht zu zerstören. Das Blatt hat keinen Zellschutz.

Das Ergebnis erschreckt. Bereits bei einer Inzidenz von 50 (der magischen „Merkel-Konstante“) ist die reale Wahrscheinlichkeit wirklich „infiziert“ zu sein, bei gerade mal 2,4%.

Richtig in den Keller geht die Wahrscheinlichkeit wirklich „infiziert“ zu sein, wenn man mit Sensitivität und Spezifität an reale Werte herangeht:

0,79% tatsächliche Wahrscheinlichkeit für eine reale Infektion. Mehr muss man dazu nicht sagen. Aber wieder mal ein schönes Beispiel, wie uns die Regierung mit ihren Zahlen täuscht.

Erklärung: Entscheidend sind wie immer die falsch-positiven Testergebnisse, definiert durch die Spezifität. Je geringer die tatsächliche Inzidenz ist, desto stärker gehen sie in die Rechnung ein. Ebenso wie die Zahl der durchgeführten Tests.